Griechenland Yachtcharter Revierbericht Rhodos per Yacht den Dodecanes erkunden

Rhodos ist eine der größten Inseln im östlichen Mittelmeer und hat 300 Sonnetage nach Marmaris gehen 2x täglich Fähren in die Türkei

Wenn Sie im östlichen Mittelmeer durch die griechische Inselwelt segeln oder Gelegenheit haben, von der türkischen Küste einen Tagesausflug zu machen, sollten Sie nicht versäumen, Rhodos einen Besuch abzustatten.
Die Insel und gleichnamige Stadt Rhodos hat mehr als 300 Sonnentage im Jahr und viel Kulturelles zu bieten!

Die Insel Rhodos erstreckt sich ca. 75 km (55 sm) von seiner Hauptstadt Rhodos-City nach Süden, und bietet eine große Bandbreite an touristischen Attraktionen. Da die seit Jahren "im Bau" befindliche Marina Rhodos immer noch nicht absehbar fertig wird, bleibt dem ankommenden Segler nur der Stadthafen von Mandraki. Dieser wird von Tagesausflugsbooten ebenso genutzt wie von Fahrtenseglern und Charterflotten sowie privaten Motoryachten.

Rhodos Hafeneinfahrt mit Kirchturm
Beim Einlaufen sehen Sie steuerbords ein vollgepacktes Kai mit Tagesbooten, die hier ihre festen Plätze haben. Anlegen ist hier, zumindest in der Saison, nicht möglich. Eine Ausnahme bilden einige wenige Liegeplätze gleich am Anfang des Kais, direkt nach der Einfahrt, aber dort sind die Festmachemöglichkeiten unbequem, und es ist laut von der stark befahrenen Straße her.

Rhodos Blick auf Kastell der Ritter und Markthalle am Hafen

Backbords sehen Sie gleich links die Charterflotten der griechischen Charteranbieter. Wenn deren Boote ausgelaufen sind, kann man hier einen Platz an einer Mooring bekommen. Daher ist es in der Hochsaison günstiger, am Sonntag oder wochentags nach Rhodos zu kommen. Manchmal liegen Boote auch 2-reihig, was höchst unkomfortabel ist, da man dann das Boot nicht alleine liegen lassen kann.
Die ca. 15-20 Plätze ganz links der Charterflotten haben am Wochenende Freitags bis Sonntags dort einen "gewissen" Vorrang, und den sollte man denen auch lassen.
Wer bei einem davon gechartert hat, ist ohnehin berechtigt, dort zu liegen und wird dann etwas freundlicher behandelt, aber einen etwas ruppigen Ton haben einige der dortigen Angesteltlen schon (irgendwann wird es sich auch dorthin herumsprechen, daß die Touristen nicht gottgegeben vom Himmel fallen, sondern daß man sich freundlich und hilfsbereit bemühen sollte, statt sogar seine eigenen Kunden anzumotzen!).
Die vor allem gegenüber Nichtkunden hektischen, und teilweise aufgeblasenen, unfreundlichen Leute auf ihren Mopeds, die einen wild schreiend "wegwedeln" wollen, können ignoriert werden. Dies ist eine Auskunft des Hafenmarinabüros, Port Treasury (Hafenkasse). PT ist nicht zu verwechseln mit der Port Police, die befindet sich im Gebäude neben dem Gericht. Bei der Hafenkasse müssen Sie ohnehin vorbei, um die Liegegebühren zu bezahlen - da kann man sich gleich (höflich aber bestimmt) beschweren. Der dortige Mitarbeiter kennt das Problem (und grinst nur, aber steter Tropfen führt vielleicht auch dort mal zur Einsicht...)! Wasser und Strom gehört allerdings den Charterfirmen, und darf nur mit derer Genehmigung angezapft werden.

Die Plätze weiter rechts sind überwiegend an Dauerlieger (Motoryachten) fest vergeben.

Zu beachten: ca. 25-30m vor der Kaimauer, ca. in der Mitte des Hafenbeckens liegt auf 5-8m Tiefe eine dicke Mooringkette durch das Hafenbecken, und wenn sich der Anker darin verfängt, kann es höchst schwierig werden, diesen wieder freizubekommen. Meist ist dann ein Taucher notwendig, der zwischen 100 und 200 € kostet. Werfen Sie den Anker daher relativ kurz, ca. 2 Bootslängen höchstens, das sollte im Schlammboden des Hafens auch bei starkem Wind halten.

Die Formalien sind wie überall in Griechenland, nur, daß hier auch Charteryachten recht streng beregelt sind! (will sagen: es wird auch kontrolliert und kassiert!)

* wenn Sie von einem griechischen Hafen kommen, gehen Sie mit ihren Unterlagen zuerst zum "Port Treasury office" gleich an der Einfahrtsperre gegenüber dem ersten Supermarkt. Dort wird die Liegegebühr kassiert. Machen Sie das am Tag des Auslaufens, aber auf jeden Fall BEVOR Sie zur Port Police gehen, sonst schickt man Sie wieder zurück: Sie brauchen den Nachweis der bezahlten Liegegebühr, daher zuerst Hafenkasse, dann gehen Sie zur Port Police, die sich sich rechts neben dem Gerichtsgebäude befindet (einlaufend steuerbords zu sehen). Der Ton dort könnte gelegentlich auch freundlicher sein, einfach selbst ganz betont höflich und freundlich bleiben... Motzen bringt gar nichts (die Beamten sitzen am längeren Hebel!) Beste Strategie: möglichst naiv fragen, wenig english sprechen, keinesfalls viel deutsch mit seinem Begleiter reden (die denken sonst, man redet über sie. Das Problem auf den beamten verlagern - keine Lösungen anbieten (da kann er "nein" sagen..), sondern ihn holflos freundlich ansehen und machen lassen - nach einigen Minuten will er meist wieder zurück zu seinem TV und da hat er dann i.d.R. eine schnelle Lösung an der Hand. (wenn Sie nicht alle Papiere haben, heißt die Lösung: gehen und holen ;-)

* wenn Sie aus der Türkei kommen, wird man Sie vorher zur Immigration Police schicken. Es ist (eigentlich) auch ein IP Büro am Mandraki Hafen, dennoch macht es den Statthaltern bei der Rhodos Port Police manchmal Spaß, Sie zum ca. 20 Fußmarschminuten entfernten Fährenhafen zu schicken, um die Crewliste abstempeln zu lassen und Zollstempel zu holen.(alle Ausweise dabeihaben, wenn Crewmitglieder nicht-EU- sind (z.B. US-Staatsbürger opder Türken), muß ein Visum gekauft werden, das ist teilwiese sehr viel teurer. Tip: vorher erkundigen und (in english!) ausdrucken, was es kosten darf! Nehmen Sie aber auch mit einer EU-Crew Geld mit, denn hier wird 15 € Einlaufstempelgebühr kassiert. Quittieren lassen, denn sonst zahlen Sie das bei der Port Police nochmal! Am besten dort gleich nach dem Einlaufen hinmarschieren - die Leute dort sind ganz entspannt, wenn Sie es auch sind.
Mit den abgestempelten Crewlisten gehen Sie dann zur Port Police.
Wenn Sie KEIN "Private Pleasureboat Maritime Document" haben, müssen Sie eines erwerben.(Details zum Einklarieren in Griechenland hier)
Darin werden alle angelaufenen Häfen abgestempelt (sofern Sie damit zum Hafenmeister gehen, was auf kleineren inseln meist nicht nötig ist). Fragen Sie daher Ihre Charterfirma in der Türkei danach, meist haben die eines, denn es gehört zum Boot, unabhängig von der Besatzung. Beim Auslaufen gehen Sie dann wieder zur Port Police und zahlen Liegegebühren, Wasser und Stromverbrauch. Fragen Sie das aktuelle Procedere und nach Öffnungszeiten bei der Hafenkasse (Treasury) am Hafenausgang bei den Büros links an der Schranke, das spart evtl. einen unnützen Weg! Wenn Sie innerhalb GR bleiben, ist alles ok, Sie geben an, wo Sie hinsegeln, und das wird eingetragen. Wenn Sie in die Türkei ausklarieren, müssen Sie wieder zur Immigration und zum Zoll.

Rhodos Altstadt und Hafen Port Police Hafenmeister

Nachdem Sie all diese Wege erledigt haben, sind Sie erstmal in Rhodos - was können Sie dort tun?

* auf dem Weg zur Port Police sind Sie am alten Marktgebäude vorbeigekommen. Heute sind dort auf der Hafenseite einige Cafes (ganz guter Cafe erhältlich, und die Torten sind köstlich). Innerhalb befinden sich diverse Geschäfte, ab und zu kann man frischen Fisch kaufen und Snacks zu sich nehmen (recht gute Gyros und Grillhähnchen!) Auch deutsche/schweizer/österreichische Tageszeitungen, teilweise vom selben Tag sind erhältlich, ebenso Magazine.

 

* wenn Sie dann die kleine Gasse dahinter (vom Hafen kommend ab Taxistand rechts) weiter nach oben gehen, kommen Sie in die "City" des modernen Rhodos mit diversen Geschäften, besseren Boutiquen, sowie diversen Cafes und Tavernen. Hier verkehren die Residenten von Rhodos, weniger Touristen.
Ein Tip zum Frühstück und für excellente Backwaren ist Pane die Capo
Croissants, Kuchen, Brot und Torten, eine angenehme Atmosphäre, 2 oder 3 Stehtischchen, Empore mit Tischen innen, außen im Sommer eine Terrasse. Zu finden, wenn Sie wie beschrieben der kleinen Straße nach dem Markt nach oben folgen, und die erste Straße rechts abbiegen. Es befindet sich dann auf der 1.Ecke.

 * Zurück am Taxistand (neben dem Marktgwebäude) befindet sich direkt dahinter der Zugang zur äußeren antiken Verteidigungsmauer. Es ist beeindruckend, was hier im Laufe der Jahrhunderte entstand - heute ein großer Park mit mehreren Ausgängen, die in die Altstadt hineinführen. Sehr lohnenswerter Spaziergang.

 

* wenn Sie von Mandraki kommend direkt in die Altstadt wollen, gehen Sie einfach an der Ausfahrt links, und durch das Symi-Tor, dort halten Sie sich halbrechts. An diversen (sehenswerten!) Museen vorbei, gehen Sie durch ein weiteres Tor in den eigentlichen Altstadtkern. Gleich die erste Gasse rechts führt zum "Palace of the Masters", und ich möchte Ihnen empfehlen, diese Besichtigung nicht zu versäumen. Der Palast ist sehr gut restauriert und es ist wirklich beeindruckend!

* zurück geht´s vorbei am französischen Konsulat und dann rechts in das belebte Einkaufs- und Tavernenparadies für Touristen. Schuhe, Kleidung, Kunst, Schmuck, Tand und Teures wird man Ihnen hier feilbieten, besonders die Sokrates-Street ist bekannt und quert die ganze Altstadt.

Rhodos aus osmanischer Zeit übriggebliebene Moschee in der zauberhaften Altstadt 

Wenn Sie auf der kleinen Gasse bleiben, die sie hergeführt hat, die Sokrates-Street überqueren, und ca. 100m weitergehen, kommen Sie in fast unwirklich ruhige Seitengässchen, in denen Ihnen manchmal auch in der Hochsaison kaum jemand begegnet. Man gewinnt einen Eindruck vom alten Leben im Gassengewirr, und manchmal kann es einem schon unheimlich werden...aber keine Sorge, es hat noch jeder herausgefunden.

 

Bereits nach ca. 100m kommen Sie zu einem netten Restaurant namens  Nektar & Ambrosia in der Sofokleus Street (Reservation abends empfohlen Telephon 22410 30363 ).
Es ist ein italienisches Lokal im Osteria-Stil mit offener Küche. Sehr nett im Frühjahr und Herbst, dann kann man innen sitzen, die dazugehörige Bar von nebenan schickt angenehme Musik herüber. Das Essen ist ausgefallen aber nicht ganz billig. Dennoch fand ich: preiswert ist es allemal!
Wer in angenehmer Atmosphäre mal was anderes essen mag, ist hier richtig.
Auch 2 nette griechische Tavernen gibt es hier: 15m weiter rechts (mit großem Garten) und nochmal 50m weiter links mit klimatisiertem Innenbereich und schöner Sommerterrasse.

Rhodos Restaurant Nireas

Rechter Hand eine Fischtaverne und davor Neirada, eine griechische Taverne mit symiotischem Besitzer, der den Laden als Familienbetrieb mit seinen Töchtern schmeißt! Essen sehr gut, Preise ok!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einen absoluten Geheimtip möchte ich Ihnen  abschließend geben: wenn Sie mal genug "greek food" gegessen haben, und endlich mal wieder wirklich excellent essen wollen, nicht billig, aber in einem excellenten Preis-Leistungsverhältnis auf Top-Niveau, nehmen Sie ein Taxi, und fahren Sie ca. 6 km nach Ixia ins mittlerweile schon berühmte Restaurant Safran, welches demselben Wirt gehört, wie das Mythos auf Symi.

Reservierung dringend empfohlen.

Rhodos Restaurant Safran

 

 

 

 

 

 

 

Rhodos ist auch wert, daß Sie sich ein Auto oder Moped/Scooter leihen, um einen oder 2 Tage die Insel zu umrunden. Sobald man ca. 20km gefahren ist, enden die touristischen Bereiche (Richtung Lindos ist es etwa 40km), und dann beginnt ein Rhodos, welches sich an vielen Stellen seine griechische Eigentümlichkeit bewahrt hat, die man in Muße entdecken kann. Teilweise wilde Bergstraßen führen panoramaartig an der Küste entlang, im Südwesten Landwirtschaft, ganz im Süden die Surfstationen, an der Küset südlich LIndos of über Kilometer kein Mensch am Sandstrand!. Schade, wer nur die Stadt oder gar nur die touristisch sterilen Gebiete kennt!
Wer sich voll verproviantieren möchte: es gibt einen großen Lidl-Markt an der Straße nach Lindos!

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Wenn Sie Rhodos verlassen, können Sie in Richtung SE entlang der Leeküste segeln, was Ihnen meist einen schnellen Törn auf Halbwindkurs und kaum Welle beschert. Sie kommen nach ca.10 sm nach Ak-Ladika, einer sehr schönen kleinen Bucht, wie gesagt: klein. Die ist mit 4 Booten überfüllt, und da segeln wir dann weiter (in der Einfahrt Untiefe beachten!).
Im Lokal oben spricht man deutsch (nette Leute), ein Minimarkt hat die notwendigen Basics.
Weiter sind es 25sm nach Lindos mit seiner geschützen Bucht (nach Osten offen!). Hier kann  man die Festung besichtigen und in den Gäßchen dieses netten Dorfes spazieren, es ist alles sehr touristisch, dennoch ein netter Besuch und wer abends "Party" mag, ist hier genau richtig!

Von dort sind es nochmal ca. 25 sm nach Prassonisi an der Südspitze von Rhodos. Da die wenigen Buchten alle in den Handbüchern beschrieben sind, erspare ich das hier. Es ist allerdings so, daß man im Sommer fast überall vor der Leeküste ankern und auch über Nacht bleiben kann (wenn einen der Schwell nicht so stört)
Wir machen das oft, werfen einen 2.Anker, und genießen diese Situationen.

Vorsicht: nicht im Frühjahr und Herbst und auch ansonsten darauf achten, daß kein Süd- oder Ostwind aufkommt, denn dann liegt man auf Legerwall und die auflaufende Welle wird schnell sehr hoch!!!

Wenn Sie in Lindos liegend erfahren, daß Sturmwarnung aus SE gegeben ist, und man Ihnen anbietet, nach nebenan in die kleine Bucht von Ag.Apostoli, die normalerweise für Boote gesperrt ist, zu verholen, sollten Sie dies wahrnehmen, da die einlaufende Welle in Lindos höchst unangenehm sein wird! Wir haben einmal Mitte Mai eine Nacht in Lindos bei 9 Bft abgewettert, der Anker des neben uns liegenden Ausflugsbootes hielt nicht, und so wurde unsere ganze Steuerbordseite "zerlegt" und wir kamen ansonsten nur mit Glück mit dem Schrecken davon. 2 andere in der Bucht liegende Yachten mußten auf Legerwall in 4m einlaufender Welle ausharren, mit laufender Maschine und ständig in Gefahr, daß sie an Land getrieben werden! Daher : gehen Sie nach Ag.Apostloi, wenn der Hafenmeister von Lindos das auch nur beiläufig vorschlägt.
An der Südspitze von Rhodos befindet sich eine auch in den Büchern gut beschriebene Landzunge, an welcher sich die Surfer wegen des dort immer herrschenden Windes erfreuen.
Vorteil hier: wo auch immer der Wind herkommt, man kann auf die jeweils günstigere Leeseite verholen, und abwarten.

Auf der NW-Seite gibt es ansonsten keine Buchten oder Häfen, lediglich das Archipel von Chalki  oder auf Rhodos der Anleger Kameiros Skala, der aber völlig offen nach W und NW  ist, und keinerlei Schutz bietet. Er ist nur bei absolut ruhigem Wetter zu gebrauchen.

Von Prassonissi sind es ca. 42 sm nach Karpathos-Stadt  oder ca. 30 sm nach Diaphani an der Nordspitze oder eben nach Chalki

Sie können von Rhodos Stadt auch segeln nach

Symi (20 sm SE), direkt nach Chalki (20 sm W) oder zur türkischen Hafenstadt Marmaris (22 sm), die türkischer Port of Entry ist.

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