Wenn
Sie im östlichen Mittelmeer durch die griechische Inselwelt segeln oder
Gelegenheit haben, von der türkischen Küste einen Tagesausflug zu machen,
sollten Sie nicht versäumen, Rhodos einen Besuch abzustatten. |
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Die Insel Rhodos erstreckt sich ca. 75 km (55 sm) von seiner Hauptstadt Rhodos-City nach Süden, und bietet eine große Bandbreite an touristischen Attraktionen. Da die seit Jahren "im Bau" befindliche Marina Rhodos immer noch nicht absehbar fertig wird, bleibt dem ankommenden Segler nur der Stadthafen von Mandraki. Dieser wird von Tagesausflugsbooten ebenso genutzt wie von Fahrtenseglern und Charterflotten sowie privaten Motoryachten.
Backbords
sehen Sie gleich links die Charterflotten der griechischen Charteranbieter.
Wenn deren Boote ausgelaufen sind, kann man hier einen Platz an einer
Mooring
bekommen. Daher ist es in der
Hochsaison günstiger, am Sonntag oder wochentags nach Rhodos zu kommen.
Manchmal
liegen Boote auch 2-reihig, was höchst unkomfortabel ist, da man dann
das Boot nicht alleine liegen lassen kann. Die Plätze weiter rechts sind überwiegend an Dauerlieger (Motoryachten) fest vergeben. Zu beachten: ca. 25-30m vor der Kaimauer, ca. in der Mitte des Hafenbeckens liegt auf 5-8m Tiefe eine dicke Mooringkette durch das Hafenbecken, und wenn sich der Anker darin verfängt, kann es höchst schwierig werden, diesen wieder freizubekommen. Meist ist dann ein Taucher notwendig, der zwischen 100 und 200 € kostet. Werfen Sie den Anker daher relativ kurz, ca. 2 Bootslängen höchstens, das sollte im Schlammboden des Hafens auch bei starkem Wind halten. Die Formalien sind wie überall in Griechenland, nur, daß hier auch Charteryachten recht streng beregelt sind! (will sagen: es wird auch kontrolliert und kassiert!)* wenn Sie von einem griechischen Hafen kommen, gehen Sie mit ihren Unterlagen zuerst zum "Port Treasury office" gleich an der Einfahrtsperre gegenüber dem ersten Supermarkt. Dort wird die Liegegebühr kassiert. Machen Sie das am Tag des Auslaufens, aber auf jeden Fall BEVOR Sie zur Port Police gehen, sonst schickt man Sie wieder zurück: Sie brauchen den Nachweis der bezahlten Liegegebühr, daher zuerst Hafenkasse, dann gehen Sie zur Port Police, die sich sich rechts neben dem Gerichtsgebäude befindet (einlaufend steuerbords zu sehen). Der Ton dort könnte gelegentlich auch freundlicher sein, einfach selbst ganz betont höflich und freundlich bleiben... Motzen bringt gar nichts (die Beamten sitzen am längeren Hebel!) Beste Strategie: möglichst naiv fragen, wenig english sprechen, keinesfalls viel deutsch mit seinem Begleiter reden (die denken sonst, man redet über sie. Das Problem auf den beamten verlagern - keine Lösungen anbieten (da kann er "nein" sagen..), sondern ihn holflos freundlich ansehen und machen lassen - nach einigen Minuten will er meist wieder zurück zu seinem TV und da hat er dann i.d.R. eine schnelle Lösung an der Hand. (wenn Sie nicht alle Papiere haben, heißt die Lösung: gehen und holen ;-) *
wenn Sie aus der Türkei kommen, wird man Sie vorher zur Immigration
Police schicken. Es ist (eigentlich) auch ein IP Büro am Mandraki
Hafen, dennoch macht es den Statthaltern bei der Rhodos Port Police
manchmal
Spaß, Sie zum ca. 20 Fußmarschminuten entfernten Fährenhafen zu schicken,
um
die
Crewliste
abstempeln zu lassen und Zollstempel zu holen.(alle Ausweise dabeihaben,
wenn Crewmitglieder nicht-EU- sind (z.B. US-Staatsbürger opder Türken),
muß ein Visum gekauft werden, das ist teilwiese sehr viel teurer. Tip:
vorher erkundigen und (in english!) ausdrucken, was es kosten darf!
Nehmen Sie aber auch mit einer EU-Crew Geld mit, denn hier wird 15
€ Einlaufstempelgebühr kassiert. Quittieren lassen, denn
sonst
zahlen
Sie das
bei der Port Police nochmal! Am besten dort gleich nach dem Einlaufen
hinmarschieren - die Leute dort sind ganz entspannt, wenn Sie es auch
sind.
Nachdem Sie all diese Wege erledigt haben, sind Sie erstmal in Rhodos - was können Sie dort tun? * auf dem Weg zur Port Police sind Sie am alten Marktgebäude vorbeigekommen. Heute sind dort auf der Hafenseite einige Cafes (ganz guter Cafe erhältlich, und die Torten sind köstlich). Innerhalb befinden sich diverse Geschäfte, ab und zu kann man frischen Fisch kaufen und Snacks zu sich nehmen (recht gute Gyros und Grillhähnchen!) Auch deutsche/schweizer/österreichische Tageszeitungen, teilweise vom selben Tag sind erhältlich, ebenso Magazine. *
wenn Sie dann die kleine Gasse dahinter (vom Hafen kommend ab Taxistand
rechts) weiter nach oben gehen, kommen Sie in die "City" des
modernen Rhodos
mit
diversen
Geschäften,
besseren
Boutiquen, sowie diversen Cafes und Tavernen. Hier verkehren die
Residenten von Rhodos, weniger Touristen. * Zurück am Taxistand (neben dem Marktgwebäude) befindet sich direkt dahinter der Zugang zur äußeren antiken Verteidigungsmauer. Es ist beeindruckend, was hier im Laufe der Jahrhunderte entstand - heute ein großer Park mit mehreren Ausgängen, die in die Altstadt hineinführen. Sehr lohnenswerter Spaziergang. * wenn Sie von Mandraki kommend direkt in die Altstadt wollen, gehen Sie einfach an der Ausfahrt links, und durch das Symi-Tor, dort halten Sie sich halbrechts. An diversen (sehenswerten!) Museen vorbei, gehen Sie durch ein weiteres Tor in den eigentlichen Altstadtkern. Gleich die erste Gasse rechts führt zum "Palace of the Masters", und ich möchte Ihnen empfehlen, diese Besichtigung nicht zu versäumen. Der Palast ist sehr gut restauriert und es ist wirklich beeindruckend! * zurück geht´s vorbei am französischen Konsulat und dann rechts in das belebte Einkaufs- und Tavernenparadies für Touristen. Schuhe, Kleidung, Kunst, Schmuck, Tand und Teures wird man Ihnen hier feilbieten, besonders die Sokrates-Street ist bekannt und quert die ganze Altstadt.
Wenn Sie auf der kleinen Gasse bleiben, die sie hergeführt hat, die Sokrates-Street überqueren, und ca. 100m weitergehen, kommen Sie in fast unwirklich ruhige Seitengässchen, in denen Ihnen manchmal auch in der Hochsaison kaum jemand begegnet. Man gewinnt einen Eindruck vom alten Leben im Gassengewirr, und manchmal kann es einem schon unheimlich werden...aber keine Sorge, es hat noch jeder herausgefunden. Bereits
nach ca. 100m kommen Sie zu einem netten Restaurant namens Nektar & Ambrosia in
der Sofokleus Street (Reservation abends empfohlen Telephon 22410 30363
).
Rechter Hand eine Fischtaverne und davor Neirada, eine griechische Taverne mit symiotischem Besitzer, der den Laden als Familienbetrieb mit seinen Töchtern schmeißt! Essen sehr gut, Preise ok!
Rhodos
ist auch wert, daß Sie sich ein Auto oder Moped/Scooter
leihen, um einen oder 2 Tage die Insel zu umrunden. Sobald man ca.
20km gefahren ist,
enden
die touristischen Bereiche (Richtung Lindos ist
es etwa 40km), und dann beginnt ein Rhodos, welches sich
an
vielen
Stellen seine
griechische Eigentümlichkeit bewahrt hat, die man in
Muße entdecken kann. Teilweise wilde Bergstraßen führen
panoramaartig
an der
Küste entlang, im Südwesten Landwirtschaft, ganz im Süden
die Surfstationen,
an der Küset südlich LIndos of über Kilometer kein Mensch
am Sandstrand!. Schade, wer nur die Stadt oder gar nur
die touristisch
sterilen
Gebiete kennt! ==================== Wenn Sie Rhodos verlassen, können Sie in Richtung SE
entlang der Leeküste segeln, was Ihnen meist einen schnellen Törn auf
Halbwindkurs und kaum Welle beschert. Sie kommen nach ca.10 sm nach Ak-Ladika,
einer sehr schönen kleinen Bucht, wie gesagt: klein. Die ist mit 4 Booten
überfüllt, und da segeln wir dann weiter (in der Einfahrt Untiefe
beachten!). Von dort sind es nochmal ca. 25 sm nach Prassonisi an
der Südspitze von Rhodos. Da die wenigen Buchten alle in den
Handbüchern beschrieben sind, erspare ich das hier. Es ist allerdings
so, daß man im Sommer fast überall vor der Leeküste ankern und auch
über Nacht bleiben kann (wenn einen der Schwell nicht so stört) Vorsicht: nicht im Frühjahr und Herbst und auch ansonsten darauf achten, daß kein Süd- oder Ostwind aufkommt, denn dann liegt man auf Legerwall und die auflaufende Welle wird schnell sehr hoch!!! Wenn
Sie in Lindos liegend erfahren, daß Sturmwarnung aus SE gegeben ist,
und man Ihnen anbietet, nach nebenan in die kleine
Bucht von Ag.Apostoli, die normalerweise für Boote gesperrt ist, zu
verholen, sollten Sie dies wahrnehmen, da die einlaufende Welle in Lindos
höchst unangenehm sein wird! Wir haben einmal Mitte Mai eine Nacht in
Lindos bei 9 Bft abgewettert, der Anker des neben uns liegenden Ausflugsbootes
hielt
nicht, und so wurde unsere ganze Steuerbordseite "zerlegt" und
wir kamen ansonsten nur mit Glück mit dem Schrecken davon. 2 andere in
der Bucht
liegende Yachten mußten auf Legerwall in 4m einlaufender Welle ausharren,
mit laufender Maschine und ständig in Gefahr, daß sie an Land getrieben
werden!
Daher : gehen Sie nach Ag.Apostloi, wenn der Hafenmeister von Lindos
das auch nur beiläufig vorschlägt. Auf der NW-Seite gibt es ansonsten keine Buchten oder Häfen, lediglich das Archipel von Chalki oder auf Rhodos der Anleger Kameiros Skala, der aber völlig offen nach W und NW ist, und keinerlei Schutz bietet. Er ist nur bei absolut ruhigem Wetter zu gebrauchen. Von Prassonissi sind es ca. 42 sm nach Karpathos-Stadt oder ca. 30 sm nach Diaphani an der Nordspitze oder eben nach Chalki |
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Sie können von Rhodos Stadt auch segeln nachSymi (20 sm SE), direkt nach Chalki (20 sm W) oder zur türkischen Hafenstadt Marmaris (22 sm), die türkischer Port of Entry ist. |
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